Fachtag „Flucht und Asyl – Herausforderungen in der Jugend- und Bildungsarbeit und Beiträge einer diversitätsbewussten Perspektive“

 
Wie das Thema „Flucht und Asyl“ in der Jugendarbeit kritisch reflektiert und angemessen aufgegriffen werden kann, mit diesen Fragen hat sich der Fachtag „Flucht und Asyl – Herausforderungen in der Jugend- und Bildungsarbeit und Beiträge einer diversitätsbewussten Perspektive“ am 29.06.2016 in Bonn beschäftigt. Ausgehend von einer diversitätsbewussten Perspektive stellten die Referent*innen Eike Totter, Julia Motta und Dr. Prasad Reddy Theorien und Methoden vor, um sowohl bei Kindern und Jugendlichen als auch bei Mitarbeiter*innen in sozialen Einrichtungen Vorurteile, Diskriminierung und gesellschaftliche Machtverhältnisse zu hinterfragen. Selbst Mitglieder des Netzwerks „DIVE – Netzwerk für diversitätsbewusste Jugend- & Bildungsarbeit“ (www.netzwerk-diversitaet.de) stellten sie zunächst die diversitätsbewusste Perspektive vor.

 

„Diversitätsbewusste Ansätze“ gehen über „klassisches“ interkulturelles Lernen hinaus. Vor allem möchte der diversitätsbewusste Ansatz vermeiden, dass in der Begegnung die einen durch die „Brille“ der nationalen Zugehörigkeit bzw. der Zuschreibung als „Geflüchtete“ betrachtet werden. Stattdessen soll eine Perspektive dafür geschaffen werden, dass jede Person verschiedenen Gruppen angehört und nicht auf die Zugehörigkeit zu einer einzelnen Gruppe reduziert werden kann.

 

 


Ganz praktisch beschäftigten sich die Teilnehmenden anschließend in drei parallel verlaufenden Workshops mit diesen theoretischen Ansätzen.

Eike Totter ging gemeinsam mit interessierten Fachkräften der Jugendarbeit der Frage nach, wie Räume und Strukturen geschaffen werden können, in denen ein Dialog auf Augenhöhe (z.B. mit geflüchteten Menschen) entstehen kann. Aufgegriffen wurden Ansätze aus Social Justice Trainings und Elemente aus dem Systemischen Coaching.

Im Workshop „Diversitätsbewusste Jugendarbeit in einer Migrationsgesellschaft: Auswirkungen auf die Angebotsstrukturen“ legte Dr. Prasad Reddy besonderen Wert auf die Reflektion der eigenen Haltung. Angeregt wurde ein Perspektivwechsel von der Integration zur sozialen Inklusion und der Capability Förderung (=Ermöglichungsansatz). Ausgehend davon wurden Überlegungen zu alternativen, inklusiven Strategien der Angebotsentwicklung diskutiert und vorgestellt.Ebenfalls im Workshop von Julia Motta ging es stark um die Frage, wie eine diversitätsbewusste Bildung in der Praxis gelingen kann. Innerhalb des Workshops entstand – bereichert durch verschiedene Übungen – ein Erfahrungsaustausch mit neuen Blickwinkeln in Bezug auf die eigene Identität im Kontext der Themen Zuschreibung, Ausgrenzung, Privilegierung und Diskriminierung. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit der Stadt Bonn statt. Gefördert durch die Bundeszentrale für Politische Bildung ist der Fachtag Teil der

Fortbildungsreihe „DIVErsität – Flucht und Asyl“. Weitere Elemente der Reihe sind:

  • Fortbildung „Flucht und Asyl – Beiträge einer diversitätsbewussten Jugendarbeit“ am 30. September bis 01. Oktober 2016 in der Jugendbildungsstätte Unterfranken (Würzburg)

  • Fortbildung „Empowerment und gesellschaftliche Partizipation“ am 04.und 05.November 2016 in der Jugendbildungsstätte Welper (Hattingen bei Bochum).

  • Geplant ist zudem ein Abschlussfachtag zur Nachhaltigkeitsplanung im November.

Dokumentation Fachtag "Flucht und Asyl – Herausforderungen in der Jugend- und Bildungsarbeit und Beiträge einer diversitätsbewussten Perspektive" (pdf-Datei)

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