Health in Action

EU-Projekt zur Gesundheitsförderung in der Jugendarbeit

„Gesundheit“ steht in europäischen Zusammenhängen der Jugendarbeit im Rahmen der neuen EU-Jugendstrategie 2010-2018 als ein inhaltlicher Schwerpunkt auf der Agenda. In Deutschland wird dem Thema seit der Veröffentlichung des 13. Kinder- und Jugendberichtes der Bundesregierung im letzten Jahr noch zusätzliche Bedeutung beigemessen.

  

Der Bedarf, das Thema „Gesundheitsförderung“ überhaupt für die Jugendarbeit greifbar zu machen, entstand bereits Anfang 2009 über ein europäisches Seminar in Lille (Frankreich), bei dem Christina Plantz von transfer e.V gemeinsam mit der Schweizer Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände und der italienischen Cooperativa sociale l’Arcobaleno die Grundzüge für das Projekt „Health in Action– youth project forum“ entwickelte.

  

Im Mittelpunkt dieses von transfer e.V. beantragten und über das EU-Programm JUGEND IN AKTION geförderten „Projekts zum Aufbau von Partnerschaften“ standen daher auch Fragen wie: Was genau verstehen europäische Jugendorganisationen und Jugendarbeiter unter „Gesundheit“? Wie kann das Thema in die tägliche Arbeit mit Jugendlichen integriert werden? Welche guten Beispiele gibt es bereits? Was sind die Interessen und Bedarfe der Fachkräfte und Organisationen, um das Thema zukünftig verstärkt zu bearbeiten? Welche Projekte können dazu gemeinsam entwickelt werden?

15 Fachkräfte der Jugendarbeit aus Italien, Deutschland, England, Spanien, der Türkei und der Schweiz setzten sich während der ersten Hälfte der Projektwoche, die vom 07.-12.06.2010 im Haus Venusberg in Bonn stattfand, zunächst allgemein mit dem Gesundheitsbegriff, dem Handlungsbedarf, dem Ansatz der Gesundheitsförderung und deren Integration in die eigene Arbeit auseinander. Dabei konnten sie sich auch von zwei bestehenden Gesundheitsförderungsprogrammen der Jugendarbeit aus Deutschland (www.gutdrauf.net) und der Schweiz (www.voila.ch) inspirieren lassen und diskutieren, inwieweit diese Ansätze übertragbar sein können. Anhand verschiedenster Workshop-Methoden wie world café, brainstorming, Murmelgruppen und Gruppenarbeit entwickelte die Gruppe ein gemeinsames Verständnis von den Chancen und Herausforderungen, die die Jugendarbeit für die Gesundheitsförderung darstellen. Einigkeit herrschte unter den Teilnehmer/-innen besonders in der Forderung nach einem ganzheitlichen Gesundheitsverständnis als körperlichem, sozialen und psychischen Wohlbefinden. Es stellte sich heraus, dass die Jugendarbeit vielerlei Anknüpfungspunkte für die Gesundheitsförderung bietet, die in Zukunft verstärkt bearbeitet werden können.

  

In der zweiten Hälfte der Projektwoche stand nach der konzeptionellen Auseinandersetzung mit dem Thema „Gesundheitsförderung und Jugendarbeit“ der Blick in die Zukunft im Mittelpunkt: Die Entwicklung konkreter gemeinsamer Projekte. Ein erstes Brainstorming unter den Teilnehmer(inne)n brachte eine wahre Schatzkiste von Projektideen hervor, die im weiteren Verlauf immer weiter sortiert und konkretisiert werden konnten. Schließlich arbeiteten vier Gruppen intensiv an konkreten Projektentwicklungen, bei zwei weiteren Projektideen wurden Vereinbarungen für die nächsten Schritte besprochen. Ergänzt werden konnte diese Projektentwicklungsphase durch eine Vor-Ort-Beratung der Deutschen Nationalagentur für das EU-Programm JUGEND IN AKTION.

Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Geplant sind u.a. eine Seminarreihe zur Qualifikation von Fachkräften aus Italien, England, der Türkei und Deutschland, ein Fachkräfteaustausch mit der Schweiz, Italien und Deutschland zum Programm „Voilà“, eine Initiative für eine Online-Plattform und die Fortsetzung eines Großprojekts mit Organisationen aus Spanien, der Türkei und Deutschland, bei dem das Thema Gesundheit verstärkt eine Rolle spielen soll. Der Aufbau eines europäischen Netzwerks wird von Organisationen aus Italien, der Schweiz und Deutschland weiter voran getrieben.

Noch ist es zwar etwas früh, um die Ergebnisse in ihrer gesamten Wirkung abschließend zu bewerten, jedoch kann zusammenfassend gesagt werden, dass die Woche einen sehr guten Beitrag dazu geleistet hat, die europäische Zusammenarbeit von Jugendorganisationen zum Thema „Gesundheitsförderung“ voran zu treiben. Wir hoffen sehr, mit diesem Projekt einen ersten Schritt für ein zukünftiges europäisches Netzwerk initiiert haben zu können, an dem sich zukünftig viele neue Partner beteiligen.

Die ausführliche Projektdokumentation kann auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden.

  

Bei Interesse an einer künftigen Beteiligung oder für mehr Informationen zum Projekt wenden Sie sich gerne an:

Christina Plantz
E-Mail: plantz@transfer-ev.de