Wiesbaden goes International
Der Einladung der Stadt Wiesbaden, Amt für Soziale Arbeit, zum regionalen Auftakt für „Kommune goes international“ (KGI) waren am Freitag, den 25.11.2011, knapp 100 Interessierte in die Kerschensteinerschule in Wiesbaden gefolgt.
Im Rahmen eines vom Bundesjugendministerium geförderten Info- und Beratungstages informierten sie sich über das breite Feld der Internationalen Jugendmobilität und stellten die Weichen für einen vernetzten Ausbau ihrer Mobilitätsangebote.
Unter Federführung des Teams von transfer e.V. um Werner Müller und des wi & you-Teams vom Amt für Soziale Arbeit der Stadt Wiesbaden um Hildegunde Rech und Philipp Hanusch war es den Veranstaltern gelungen, ein anspruchsvolles Programm mit informativen Fachvorträgen und interessanten Workshops zusammenzustellen. So referierten neben dem bewährten Team des Reisenetz – Deutscher Fachverband für Jugendreisen, des Dachverbandes BundesForum Kinder- und Jugendreisen, der BAG katholisches Jugendreisen und des transfer e.V. mit Maria Schwille, Projektleiterin der jugendpolitischen Initiative JiVE, Jugendarbeit international – Vielfalt erleben, und Robert Helm-Pleuger, Projektkoordinator bei EURODESK, weitere bundesweit anerkannte Fachkräfte der Internationalen Jugendarbeit. In vier Workshops konnten zudem zahlreiche regionale, landes- und bundesweite best-practice-Beispiele Internationaler Jugendmobilität vorgestellt und diskutiert werden.
Bevor Axel Imholz, Sozialdezernent der Stadt Wiesbaden, die Gäste zum Info- und Beratungstag offiziell begrüßen konnte, sorgte die „black and white dance crew“, Bundessieger des Wettbewerbs „Jugend tanzt“, für einen gelungen, dynamischen Einstieg in den Tag. In seiner Eröffnungsrede wies der Sozialdezernent dann auf die wertvollen Eindrücke hin, die Jugendliche aus internationalen Maßnahmen für ihre persönliche und berufliche Entwicklung ziehen können. Um insbesondere benachteiligten Jugendlichen diese Erfahrungen zu ermöglichen, begrüßte er die Jugendinitiative JiVE ausdrücklich und zeigte sich glücklich darüber, dass die Stadt Wiesbaden zu den ausgewählten Kommunen gehört, die von dieser Initiative profitieren können. Im Anschluss führte Oliver Schmitz von transfer e.V. die Gäste durch die Träger- und Programmvielfalt der Internationalen Jugendmobilität, gab einen Überblick über die bestehenden Strukturen, Maßnahmen und Treffpunkte und zeigte Beteiligungsmöglichkeiten auf. Damit legte er den Grundstein für interessierte und neugierige Gespräche auf dem Beratungsmarkt am Nachmittag. Werner Müller entfachte mit seinem Beitrag über die Bedeutung der Internationalen Jugendmobilität im 21. Jahrhundert durch einen Mix aus persönlicher und beruflicher Erfahrungen einerseits und wissenschaftlich belegter Erkenntnisse andererseits zahlreiche „heiße Herzen“. Er verdeutlichte u.a. anhand der Studie von Prof. Alexander Thomas et al. die nachhaltige Wirkung internationaler Jugendmaßnahmen und sprach sich aufgrund der Erkenntnis, dass Internationale Jugendmobilität derzeit zu ca. 80% von Jugendlichen mit gymnasialer Bildung wahrgenommen wird, eindringlich für eine Erweiterung der Zielgruppe und eine entsprechende Modifizierung der Angebote und der Ansprache der Jugendlichen aus. Gleich im Anschluss verdeutlichte Maria Schwille, wie diese „heißen Herzen“ im Rahmen der jugendpolitischen Initiative JiVE 2011 – 2014 und ihrer 5 Teilinitiativen in der praktischen Arbeit unterstützt werden können und wie es gelingen kann, insbesondere bildungsferne Jugendliche in die Angebote zu integrieren. Dass Internationale Jugendmobilität in Wiesbaden bisher keinesfalls ein blinder Fleck in der Jugendarbeit ist, wurde in den 4 Workshops nach der Mittagspause deutlich: ob im schulischen Bereich, in der Freizeitarbeit, in der Jugend(berufs)hilfe oder in der Ausbildung: überall gibt es wertvolle Erfahrungen – seien es Austauschprogramme mit Israel, eine Zusammenarbeit mit dem Projekt IdA-Integration durch Austausch oder eine Kinderbegegnung in der Schweiz. Diese Erfahrungen sollen nun im Rahmen einer Steuergruppe KGI unter der Leitung von Hildegunde Rech und der fachlichen Begleitung durch Werner Müller weiterentwickelt werden. Mitte Januar wird sich die Gruppe das nächste Mal treffen und einen konkreten Maßnahmenplan für den Zeitraum 2012 – 2014 erarbeiten. Die Weichen für die Umsetzung internationaler Jugendmobilitätsmaßnahmen sind also gestellt. Nun gilt es, die zentralen Akteure einzubinden und ein funktionierendes Netzwerk aufzubauen, von dem letztlich insbesondere die Jugendlichen der Stadt Wiesbaden profitieren sollen.
